Ich weiß, was Du sagen wirst

Ich wache davon auf, dass ich merke, dass neben mir im Bett niemand liegt.
Ich gehe durch das Haus. Die beiden Hunde liegen aneinander gekuschelt auf der Couch (wo sie im Übrigen nur nachts drauf dürfen). Ich folge einem sanften Windzug und trete schließlich auf die Terrasse, wo meine Frau barfuß auf den Stufen sitzt und zu den Sternen schaut. Ich setze mich neben sie und blicke zu dem Brachland, das genau da beginnt, wo der Sprinkler nicht mehr hinreicht. Etwas weiter entfernt wachsen wilde Kakteen. Ich frage mich, warum es hier nicht viel mehr Kakteen gibt, als mir klar wird, dass ich nicht verheiratet bin und auch nicht in einem warmen Land wohne und somit wohl wahrscheinlich immer noch im Bett liege und träume. Doch ich genieße diesen Moment und ich will dass er dauert. Wacht man nicht auf, wenn einem klar wird, dass man träumt? Schade, dass man gute Träume nicht absichtlich länger träumen kann.

Sie legt ihren Kopf auf meine Schulter. „Ich“, sage ich, „wollte nach Dir schauen. Ich kann Dir Deinen Rooibos machen und Dir rausbringen, wenn Du möchtest.“
„Du bist nur rollig“, sagt sie, schmunzelt, und hat absolut, absolut recht.
„Ich kann aber rollig sein und Dir trotzdem Tee machen“, wende ich ein.
Sie legt ihre Beine über meinen Schoss, setzt sich ein bisschen quer hin und stützt sich nach hinten mit den Armen ab. „Streichle mich“, bittet sie und ich lege meine Hand auf ihre schönen, glatten, vertrauten Beine, kleine Narben vom Schneiden an immer den gleichen Stellen und bemalte Zehennägel, deren bunte Fröhlichkeit man nun, nachts, nicht sieht.
„Sie sind so weit weg“, sagt sie zum Nachthimmel.
„Da ist Pegasus“, sage ich und zeige auf ein Sternbild.
„Nein“, sie lacht, „das ist noch nicht einmal annähernd richtig“, sie nimmt meinen Zeigefinger und zeigt damit auf die korrekte Position. Ich lache mit, wir küssen uns, dann sitzen wir wieder schweigend nebeneinander.
„Ist … alles ok bei Dir?“, frage ich schließlich. Sie möchte mir etwas sagen oder vielleicht sagen-nichtsagen. Sie guckt eine Weile von mir weg. Dann dreht sie sich zu mir und schaut mir direkt in die Augen.

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