Eine unendliche Vergangenheit geht zu Ende.

Man liest immer wieder vom Kampf oder vom Krieg der Götter gegen die Titanen. Aber das trifft es nicht. Es war kein Kampf, zumindest nicht im Sinne eines mehr oder weniger gleichberechtigten Ringens. Es stand von vorherein fest, dass die Götter gewinnen werden. Es ging eher um das Aushandeln der Kapitulationsbedingungen für die Titanen (ich war als Zeuge eingeladen). Was da vor sich ging, war, zumindest für unsere gegenwärtiges und menschliches Gerechtigkeitsempfinden, krass ungerecht. Einzelne Titanen traten hervor und zeigten Sachen vor, die für sie sprachen, so Zeug. Einer von ihnen brachte einen Sternenhimmel, erhaben-besternt, kalt-geheimnisvoll. Wie auch bei den Titanen, die vor ihm dran waren, zeichnete sich ab, dass sein Angebot achtlos, nur mit einer abwinkenden Handbewegung, abgelehnt werden würde. Als mir das auffiel, drehte ich mich zu dem Gott, der neben mir stand, um und sagte:
„Was er vorzuzeigen hat, ist wirklich schön. Habt doch Mitleid!“
Ich glaube, der Gott war ein bisschen pissig, dass ich ihn so direkt angesprochen habe, aber er antwortete mir trotzdem:
„Wir haben Mitleid. Mitleid ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass Mitleid nicht genug ist.“
Daraufhin sah ich, wie die Titanen, mitsamt ihrer Welt, ge-stürzt wurden, in den Tartaros geworfen und von dort in die Dunkelheit, wo sie zu schwarz verblassen und schließlich vergessen werden.
Ich wollte weinen, aber ich hatte nicht genügend Tränen, um so weinen zu können, wie das, was ich hier sah, traurig war.

 

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