Zurückhalten

Ich habe oft versucht, mit dem Rauchen aufzuhören und bin immer wieder rückfällig geworden. Diesmal habe ich allen erzählt, dass ich nicht mehr rauche und habe nun den sozialen Druck auch wirklich nicht zu rauchen, wenn ich in Gegenwart von Freunden, Familie oder Kollegen bin. Das heißt, ich rauche nur noch heimlich. Mittlerweile habe ich auch meinen Nachbarn stolz erzählt, dass ich nicht mehr rauche, sodass es nicht mehr reicht, hinters Haus zu gehen, weil die mich dann dort sehen könnten und dann wäre ich jemand, der es nicht geschafft hat, mit dem Rauchen aufzuhören – und das will ich nicht. Abends gehe ich auf lange Spaziergänge am Rande der Stadt, da kenne ich niemanden. Meine Runden werden immer größer, weil ich während eines Spaziergangs ja so viel rauchen muss wie vorher den ganzen Tag über. Meine neue Strecke führt mich an einem Umspannwerk vorbei. Hier stehen ganz viele Strommasten, im Herbst sah es aus, als würden sie ganz oben miteinander reden, jetzt im Winter so, als würden sie gleich umfallen. Ich stelle mich darunter und rauche, es ist spät nachts. Auf einmal kommt aus dem Dunkel von unterhalb eines der Masten jemand. Er trägt eine große Säge, war gerade dabei, sich im Gehen Arbeitshandschuhe auszuziehen und erschreckt sich, als er mich sieht. Nervös schaut er sich um. „Ich rauche nicht mehr“, sage ich, die Kippe in der Hand. moonlight_scene

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